
Vorweg: wäre der Kaugummi so präsent wie der obige des Weges gekommen, dann müsste ich mich jetzt weniger aufregen. Aber nein, so funktionierts natürlich nicht. Deshalb bin ich reingetreten, auf dem Heimweg nämlich. Und das muss ein chemisch veränderter Kaugummi gewesen sein, denn das Ding klebte so hartnäckig an meinen zierlichen Stiefelchen, dass selbst die hartnäckigsten Fußabstreifbemühungen nichts gebracht haben.
Derart gehandicapt, humpelte ich mürrisch gen Drogeriemarkt. Je mehr Dreck und Staub am Kaugummi hängenbleibt, umso weniger Klebkraft, dachte ich mir. Wird dann schon von alleine abfallen. Allerdings. Da kannte ich die Bodenbeschichtung des Drogeriemarktes noch nicht. Deren molekulare Zusammensetzung muss beim Kaugummi Liebe auf den ersten Haft ausgelöst haben, denn sobald ich zwei Schritte in den Laden getreten war, lief das Scheißding zu neuer Hochform auf und nagelte mich quasi an den Untergrund. Weil ich mir das von einem Kaugummi nicht gefallen lasse, lief ich ganz störrisch weiter. Um nach ein paar Metern lange dünne Kaugummifäden hinter mir her zu ziehen. Als wäre mein linker Fuß Spiderman.
Beim Verlassen des Marktes hatte ich nicht nur im ganzen Geschäft Kaugummifäden verteilt, sondern auch dutzende skeptischer bis angeekelter Blicke auf mich gezogen sowie den Unmut mindestens einer Angestellten.
Ach ja: mit einem Streichholz die Reste des Monstergummis aus meinen Stiefelsohlen zu popeln, war eine ganz erbauliche Abendgestaltung.
Aber ich darf mich nicht beklagen. Hätte ja auch Hundekacke sein können.





